Bedingungsloses Grundeinkommen im Jahr 2020 – Lösung für Corona-Zeiten?

In meinem letzten Beitrag (Erschöpfung bzw. BurnOut verstehen) habe ich versucht das Krankheitsbild ‘Erschöpfung’ Außenstehenden näherzubringen. Gerade in Zeiten wie diesen (Corona, Pandemien, Klimaveränderungen, usw.) ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen – nicht nur körperlich sondern auch psychisch – an ihre Grenzen kommen. In welcher Form ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht nur in 2020 sondern auch generell für Entlastung sorgen kann, möchte ich heute durchdenken.

Hinweis: Wie zu vielen meiner Beiträge gibt es auch zu diesem einen dazugehörigen Beitrag in meinem YouTube-Channel. Wer also lieber gucken bzw. hören statt lesen möchte, klickt einfach auf nachstehendes Bild:

Bedingungsloses Grundeinkommen im Jahr 2020 - Lösung für Corona-Zeiten?
Bedingungsloses Grundeinkommen 2020 – YouTube-Beitrag

Familie, Job, Haushalt, Homeschooling und weitere Verantwortungsbereiche unter einen Hut zu bekommen, ist kräftezehrend. Zu selten findet man Zeit, für das erforderliche Wohlbefinden zu sorgen, die Balance wieder herzustellen und einen Ausgleich zu schaffen. Wachsende Besorgnis und Ängste halte ich für absolut verständlich. Insbesondere die finanzielle bzw. existentielle Komponente hat hier ein enormes Gewicht.

Bedingungsloses Grundeinkommen – Was ist das überhaupt?

Laut Wikipedia ist ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ein sozialpolitisches Finanztransferkonzept, nach dem jeder Bürger – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage – eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche vom Staat ausgezahlte finanzielle Zuwendung erhält. Ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen (https://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen). Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde alle allgemeinen steuer- und abgabenfinanzierten Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Kindergeld als nicht mehr erforderlich deklarieren. In der Diskussion um das Bedingungslose Grundeinkommen werden sehr unterschiedliche Argumente ins Feld geführt. Diese können nach humanitären Argumenten, die sich auf die Lebenssituation der Menschen beziehen, und ökonomischen Argumenten, bei denen wirtschaftliche Vorteile für die Gesellschaft im Vordergrund stehen, unterschieden werden.

Oben verlinkter Wikipedia-Artikel enthält viele weitere Informationen zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Darüber hinaus gibt es in Deutschland bereits seit einigen Jahren die Initiative ‘Mein Grundeinkommen‘, über die man sich für die Auslosung eines einjährigen Grundeinkommens bewerben kann. ‘Mein Grundeinkommen’ startete kürzlich das erste deutsche Pilotprojekt, in dem 120 Menschen über 3 Jahre ein monatliches Grundeinkommen über 1200,- EUR beziehen sollen.

Ohne das BGE ist es verdammt knapp!

Ein Beispiel: Gegen Ende des Studiums hat es uns in Sachen Berufsfindung und Stellenauswahl in eine uns damals noch fremde Region Deutschlands verschlagen. Wir wurden sesshaft, gründeten eine Familie und kauften ein altes Haus. Es ist wunderschön, idyllisch und ich weiß die vielen Vorzüge – die ein Leben auf dem Land mit sich bringt – wirklich sehr zu schätzen. Dennoch: Leben kostet Geld. Insbesondere das Leben als Familie. Wenngleich ich uns – sowohl bewusst als auch gezwungenermaßen – als sehr sparsame Menschen bezeichnen würde.

Doch um die Kosten des Lebens zu stemmen, gibt es Jobs. Glücklicherweise sind wir als Ehepaar beide berufstätig. In unserem Fall ist es so, dass wir in Summe eine 40- maximal 50-Stunden-Woche schaffen können. Diese Zeit bleibt uns zum Geldverdienen. Vor Ort können wir nicht auf die Unterstützung von Eltern/Schwiegereltern zugreifen können, fließt unsere übrige Zeit in die logistisch erforderlichen Maßnahmen des Familienalltags.

Damit die 40-50 Stunden funktionieren, muss alles durchgetaktet sein und zu 100 % aufgehen. Bleibt das Kindergartenkind aufgrund eines Infektes Zuhause, ist das Ziel nur durch ein verlängertes Arbeiten am Feierabend oder am Wochenende zu erreichen. Fallen Schulen und Kindergarten für mehrere Wochen/Monate aus, ist unsere finanzielle Grundversorgung stark gefährdet. Die hohe Überbelastung durch Homeschooling-Vormittage und die Grätsche zum Job – dem man ja auch irgendwie gerecht werden möchte – kann zu Erschöpfung, Krankschreibungen und letzendlich Krankengeld führen. Es ist toll ein System zu haben, das einen an dieser Stelle auffängt. Dennoch handelt es sich bei der Unterstützung durch Krankengeld, Rente oder Arbeitslosengeld nur um Bruchteile des ohnehin schon knappen Gehalts. (Knapp nicht wegen schlechter Bezahlung, sondern aufgrund der niedrigen Stundenanzahl.) Finanzielle Ängste sind also vorprogrammiert.

Dies nur als ein Beispiel. Die Situation von Alleinerziehenden mag ich mir oftmals gar nicht erst vorstellen, könnte aber natürlich ähnlich beispielhaft herangezogen werden.

Bedingungsloses Grundeinkommen als Lösung für 2020?

Die Vorstellung, unsere oben beschriebene Situation durch ein bedingungsloses Grundeinkommen im Jahr 2020 entlasten zu können, sorgt bei mir für ein tiefes und entspanntes Durchatmen. Der finanzielle Druck würde sofort entfallen. Arbeiten würde endlich zu einem “Ich darf arbeiten gehen” werden und müsste nicht einem erschöpfenden “Ich muss arbeiten, mir bleibt ja keine andere Wahl” unterliegen. Werden die äußeren Umstände unerträglich, muss ich mir im Falle einer Überbelastung kein erschreckendes Krankheitsbild aufoktroyieren lassen, sondern kann auf einen unbezahlten Urlaub ausweichen und die Dinge Zuhause in einem gesunden Rhythmus abfangen. Alternativ könnte ich die mir mögliche Anzahl an Wochenstunden ableisten, ohne Sorge haben zu müssen, unzählige Minusstunden aufzubauen, die ich später wieder nacharbeiten oder zurückzahlen muss. Hier sind sicher die unterschiedlichsten Lösungsansätze denkbar. Natürlich immer vorausgesetzt, dass der Arbeitgeber eine derart flexible Vorgehensweise toleriert, was allerdings in Zeiten höherer Gewalt (Pandemie-Ausnahme-Situationen) gewährleistet sein müsste.

2020: Was tun ohne Bedingungsloses Grundeinkommen?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Empfänger eines vorübergehenden Grundeinkommens – bspw. über die Auslosung bei ‘Mein Grundeinkommen’ werde – ist äußerst gering. Ich kalkuliere auch nicht damit, Teil des Pilotprojekts zu werden und ob in naher Zukunft mit einem politischen Entschluss für ein bedingungsloses Grundeinkommen in diesem Jahr (2020) zu rechnen ist, wage ich ebenfalls zu bezweifeln. Was also tun?

Seit einigen Jahren verfolge ich die Idee des passiven Einkommens und ich probiere verschiedene Dinge aus, mit denen ich mir eine Art ‘bedingungsloses Grundeinkommen’ selbst ermöglichen kann. Wie bzw. ob das überhaupt funktioniert, was dabei rumkommt und ob es tatsächlich ein ‘passives’ Einkommen geben kann, darüber würde ich gerne in meinem nächsten Artikel berichten.

Vielen Dank fürs Lesen! Um mit mir zum Thema ins Gespräch zu kommen, kannst du gerne auf meinen Artikel-Tweet reagieren oder das oben verlinkte YouTube-Video kommentieren.

Gefällt dir der Artikel?

Über folgende Optionen kannst du diesen Kanal/Blog ganz einfach supporten. Mit Option 2 sogar ganz kostenlos:

  1. Besuche mein Steady-Profil und unterstütze mich über einen Mikro-Betrag: https://steadyhq.com/de/schaumimohr oder
  2. Abonniere meinen YouTube-Kanal.

manuel

Hi, ich bin Manuel und hoffe du konntest mit dem Artikel etwas anfangen. Danke jedenfalls fürs Lesen. Ich freue mich über Feedback, Ideen, Links oder weiteren Input zum Thema. Du findest mich auch auf Twitter und YouTube

Das könnte dich auch interessieren …