Das Wüstenschiff – Eine Geschichte zum Thema Müll

Heute erzähle ich euch eine kleine Geschichte zum Thema Müll. Das Wüstenschiff Karl bekommt Besuch von einem komischen Vogel und gemeinsam begeben sie sich auf einen Ausflug ans Meer. Doch sie entdecken Müllberge, Dreck, gestrandete Öltanker und stellen fest: An vielen Stellen ist es dreckig und außerdem stinkt es ihnen mit dem ganzen Müll.

Viel Spaß beim Lesen (unter dem Video) oder Zuhören!

Das Wüstenschiff – Eine Müllgeschichte

Karl war ein richtig großes Wüstenschiff.
Doch See oder Meer, kannte er nicht.
„Wie kann das sein?“, fragt ihr. „Ist doch nicht wahr!“
Doch, denn: Karl war ein Kamel. Ist doch klar.

Er kannte wohl den Teich in seiner Oase,
auch den Brunnen nahe der Wüstenstraße,
aber Wasser bis an den Horizont?
Die Vorstellung fand er zu amüsant.

Eines Tages, er badete gerade in seinem Teich,
natürlich im abgetrennten Kamele-Bereich,
da landete ein Vogel auf seinem Höcker.
Er plusterte sich auf, wurde dicker und dicker,
sprach dann schließlich laut und voll tiefer Überzeugung:
„Ich flieg zum Meer!“ und leise: „Kennst du die Richtung?“

„Das Meer? So’n Unsinn, das gibt es doch gar nicht!
Schnapp dir ’ne Liege, nimm Platz und entspann dich.“
„Keine Zeit.“, darauf der Vogel sehr wichtig.
Laut seiner Mission sei er hier zwar goldrichtig,
aber er suche ein Schiff, dass das Meer noch nicht kennt
und tagaus, tagein in der Wüste rumrennt.

„Du redest von einem Wüstenschiff?
Eins das so schön und groß und braun ist wie ich?
Na, dann los mein Freund. Du hast es gefunden.
Zeig mir dein Meer. Du sitzt oben, ich geh hier unten.“

Sie zogen nach Westen, um sie herum nichts als Sand.
„Ganz schön trostlos“, so der Vogel, „dieses sandige Land.“
„Findest du?“, fragte das Kamel ganz erstaunt.
„Aber es ist doch überall wunderschön aufgeräumt?!“

„Aufgeräumt? Und was ist mit dem Müllberg da vorn?
Dieses komische Blechteil wie ein Walskelett geformt?“
„Was das? Das ist nichts weiter als Deko.
Ich glaube die Menschen nennen es Auto.
Der Sand war zu tief. Sie sind stecken geblieben.
Sie sprangen heraus und ließen es liegen.“

„Unglaublich. Kamen sie denn nicht wieder zurück?
Was passiert denn jetzt hier mit all diesem Dreck?“
Darauf wusste Karl keine Antwort.
Also verließen sie ganz schnell diesen Ort.

Schweigend spazierten sie nachdenklich weiter.
War auch die Stimmung nicht mehr ganz so heiter.
Doch dann erreichten sie schließlich das Meer.
Der Vogel sprang rein und freute sich sehr.
Doch Karl blieb am Strand und rümpfte die Nase.
„Hier stinkt’s! Ich will zurück in meine Oase.“

„Hier stinkt’s? Ich glaub dir geht es zu gut!
Atme tief ein und spüre wie gut die Luft tut.
Und sieh doch die Palmen und Muscheln im Sand.
Jetzt sag mir nicht, das törnt dich nicht an

„Aber was ist das am Horizont? Ein Schiffswrack? Gestrandet?
Kein Wunder dass mir dabei keiner abgeht.
Ich meine, ob Wüstenschiff oder Tanker,
irgendwie war es ja schon ein Verwandter…

Und da vorn eine Insel, seh‘ ich das richtig?
Wenn mich der Schein nicht trügt, ist sie aus Plastik!
Ne, mein Freund. Das kann ich nicht ernst nehmen.
Dieser Ort ist dreckig. Wer will denn hier leben?“

Ratlos stapft der Vogel aus dem braunen Gewässer.
„Ok, hast ja recht. Hier ist es auch nicht viel besser.
Komm mit! Ich bring dich zurück in die Wüste.
Vor Jahren war’s hier noch schön, an der Küste.“

Auf dem Rückweg wusste keiner etwas zu sagen.
Dieser ganze Müll schien an ihnen zu nagen.
Schließlich durchbrach Wüstenschiff Karl die Stille.
„Weißt du, Vogel, was ich mir vorstelle?

Dass derjenige kommt, der uns zugemüllt hat!
Mit einem Plan, wie er alles wieder sauber macht.
Die Autos, das Plastik, den Dreck, den Gestank.
Und wenn er fertig ist, gehen wir zurück an den Strand.“

Um 5 vor 12 noch schnell die Welt verändern!

Ich nutze noch schnell die Gelegenheit, um an mamadenkts 5vor12-Challenge für diesen Monat teilzunehmen.

Zahl des Monats

2018! Denn schließlich ist dieser Monat ins Jahr 2018 gestartet. Wie in jedem Jahr denke ich, wenn wir nicht bald die Kurve kriegen, wirds knapp. Also: Erneut haben wir ein Jahr lang die Gelegenheit die Welt grüner zu machen, die zu schonen, uns nachhaltiger und umweltbewusster zu verhalten!

Upcycling-Idee

In diesen Dingen bin ich bekanntlich nicht sehr kreativ. Aber kürzlich habe ich einen YouTube-Beitrag von jeryko gesehen, in dem ein alter US-Amerikaner vorgestellt wird, der sich mit über 40 alten Schulbussen in Kanada einen Bunker gebaut hat. Total interessant, wenn auch irgendwie verrückt. Vermutlich ist keiner so nah dran, am 5vor12-Gedanken wie er… 😉

 

Food

Wieder so ein Thema in dem ich so schrecklich unkreativ bin. Vielleicht mal eine Frage/Überlegung. Ich frage mich oft, wenn es einen Würfel geben würde, der konzentriert all die Nährstoffe enthalten würde, die ich am Tag benötige. Würden wir es in Kauf nehmen auf alle weiteren Lebensmittel zu verzichten (außer Wasser als Flüssigkeitsaufnahme), wenn sichergestellt wäre, dass die gesamte Menschheit täglich mit einem solchen Würfel versorgt werden könnte und niemand mehr Hunger leiden müsste?

Anno Domini

Schon immer lag ein kleines blaues Büchlein neben dem Frühstückstisch meiner Eltern, die Jahreslosungen. In diesem Jahr haben wir uns auch wieder eins angeschafft. Für jeden Tag sind hier Bibelverse vorgesehen, die – so finde ich – den Nagel oft auf den Kopf treffen. Nehmen wir heute als Beispiel: Das Thema 5vor12, unser Umgang mit dem Planeten, die vielen Leute die immer noch sinnloserweise um die Welt fliegen, Kreuzfahrten buchen, usw… da kann man schon mal richtig wütend werden. Dazu der Tagesverse aus dem NT (1. Thess. 5:9) „Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unseren Herrn Jesus Christus.“ – Bedeutet nach meinem Ermessen die uns wütend machenden Themen gelassener anzugehen, da unsere Maßnahmen so wahrscheinlich sehr viel wirksamer sein werden.

Link-Tipp

Es ist 5 vor 12. In den vergangenen Wochen hat mir das nichts so sehr verdeutlicht, wie die Doku-Serie ‚Die Arktis-Mission‘, auf der vier norwegische Kinder zum Nordpol laufen, um die dortigen Zustände zu untersuchen. Erschreckend. Das Eis dort ist in den letzten 25 Jahren um ca. 3 Meter dünner geworden, driftet sehr stark und wird vermutlich noch zu meiner Lebenszeit ganz weggeschmolzen sein. Kostenlos über amazon-Prime anguckbar: http://amzn.to/2DeRkiI.

Das wars für diesen Monat. Es ist in der Tat 5 vor 12. Wenn ihr auch was zum Thema beisteuern wollt, dann kommentiert gerne oder schaut bei mamadenkt vorbei.

Strandfeuer – Der Minimalismus-Song

Vor einigen Wochen konnte ich mich endlich dazu durchringen, eins meiner selbstgeschriebenen Lieder aufzunehmen. Natürlich lässt die Qualität bei meinem bescheidenen Equipment noch zu wünschen übrig, aber es ist immer gut noch Luft nach oben zu haben 😉

Vielen Dank für die ersten 1500 Views. Einige hatten nach dem Liedtext gefragt. Daher poste ich ihn hier einfach mal. Ich freue mich über Feedback, Likes und Weitersagen.

Strandfeuer – Liedtext

Stell dir vor du würdest
alles was zu dir zählt verbrennen!
Was glaubst du hinterher
in der Asche die bleibt zu erkennen?
Genau! Das du derselbe bist,
nur weniger mit dir durchs Leben trägst!

Zuviel Zeug das im Weg steht
um das sich viel zu viel von deiner Zeit dreht.
Es versperrt dir den Blick
Auf so vieles was außerdem auch noch zählt
Im Wesentlichen steckt auch viel Glück
Warum also nicht einfach dorthin zurück?

Manchmal ist weniger viel mehr
Vor allem dann wenn man so sehr
darauf fixiert ist diesem Leben
ein bisschen Schliff zu geben.

Dinge machen vieles schwer
dann träumt man sich schnell weg ans Meer
um dort aus all den 1000 Sachen
ein Strandfeuer zu machen

Wenn dein Kram dir zur Last wird
Und dein Herz nach viel mehr deiner Zeit giert
Dann beginne zu bedenken
Könntest du vielleicht etwas verschenken?
Oder was auch geht ist teilen
das schlägt brücken die menschen vereinen

Manchmal ist weniger viel mehr
Vor allem dann wenn man so sehr
darauf fixiert ist diesem Leben
ein bisschen Schliff zu geben.

Dinge machen vieles schwer
dann träumt man sich schnell weg ans Meer
um dort aus all den 1000 Sachen
ein Strandfeuer zu machen

Und so tanzen wir ums Feuer
und fragen nicht länger, warum ist alles so teuer

Leben ohne Zucker – Tag 10

Leben ohne Zucker

Pünktlich zur Wintersonnenwende habe ich meine ersten 10 Tage im Projekt ‚Leben ohne Zucker‚ (zumindest weitestgehend) überstanden. Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit mit einer Idee wie dieser zu starten, lässt grenzenlosen Masochismus vermuten, ist aber nicht so. 😉

Leben ohne Zucker – Wie alles begann

Mamadenkt und ich hatten bereits Anfang letzten Jahres ein mehrwöchiges ‚Leben ohne Zucker‘-Experiment durchgeführt. Damals mit dem Buch ‚Goodbye Zucker‚ (amazon Partner-Link) als Grundlage. Das Experiment hat für mich – mit wenigen Ausnahmen – gut funktionert. Erst kurz vor Schluss bin ich eingebrochen und hatte seither nicht mehr die Motivation, einen weiteren Versuch zuckerfrei zu leben zu starten.

Seit ein paar Wochen denke ich darüber nach, dass ein weiterer Versuch längst überfällig wäre. Per Tweet hatte ich Mitte Oktober mal kurz Anlauf genommen, bin aber nach einem Tag pompös auf dem Bauch gelandet. Schrecklich, diese fehlende Selbstdisziplin. Natürlich kam mir die Idee mit Beginn des neuen Jahres erneut durchzustarten. Aber ehrlich gesagt stehe ich nicht so auf diesen Neujahrs-JetztWirdAllesBeser-Hype, der nach 3 Wochen wieder aufs nächste Jahr verschoben wird.

Am 11.12. saß ich also im Bulli und da kam es mir. Warum nicht einfach jetzt? Ohne lange Planerei und ohne vorher sämtliche Vorräte im Haushalt aufzulösen – sollen sich andere drum kümmern. Ja, einfach jetzt! Mitten in der mit Lebkuchen, Dominosteinen und Schokolade vollgestopften Vorweihnachtszeit. Schnell stopfte ich mir ein paar Gummibärchen vom Beifahrersitz in den Mund und die Entscheidung war gefallen.

Leben ohne Zucker – Regeln und Ausnahmen

Süßigkeiten sind Nervennahrungsmittel die mir helfen, die oft sehr stressigen und übervollen Tage irgendwie zu überstehen. Leben ohne Zucker ist für mich daher eine echte Herausforderung, weil mein Zuckerkonsum nicht sonderlich gering ist. Hauptsächlich geht es mir daher darum, den Verzehr von klassischen Süßigkeiten einzustellen. Da aber fast jedes Lebensmittel Zucker enthält, habe ich folgende Regel aufgestellt:

  • Kein Verzehr von Lebensmitteln, deren Zuckergehalt über 5 Gramm liegt.

Das schließt so ziemlich alle Gummibärchen, Schokolade, süße Brotaufstriche mit ein. Folgende Ausnahmen gönn ich mir:

  • Obst und Gemüse aller Art ist erlaubt.
  • Trockenfrüchte und Nüsse sind erlaubt (Studentenfutter ist ein toller Süßigkeitenersatz, gerade während der Arbeit).
  • Apfelsaft als gelegentlicher Geschmacksverstärker ist erlaubt. (Ich versuche ausschließlich Leitungswasser zu trinken, habe aber das Gefühl, dann zu wenig Flüssigkeit zu mir zu nehmen, daher pimpe ich das ein oder andere Glas Wasser mit einem Schluck Apfelsaft.)

Meine bisherigen Verfehlungen:

  • Letzten Freitag habe ich auf dem Weihnachtsmarkt ein paar Mal von einem Nutella-Crepe abgebissen. 🙁
  • Vergangenes Wochenende konnte ich morgens einem halben Brötchen mit Nuss-Nougat-Aufstrich nicht widerstehen. 🙁
  • Von mamadenkts sehr genialen Monster-Vanillekipferln musste ich zwei probieren. 🙁

Ideen wie ‚Zwei Stücke Zucker am Tag sind doch ok‘ funktionieren für mich nicht. Aus den zwei Stücken werden dann schnell zwei Tafeln. Ich brauche da einen härteren Schnitt. 😉

Leben ohne Zucker – Warum eigentlich?

Naja. Vielleicht habt ihr die Artikel über meine Erschöpfung aus dem letzten Jahr gelesen. So ein BurnOut oder Erschöpfungszustand raubt dir alle Energie und die leeren Speicher lassen sich nicht von heute auf morgen wieder auffüllen. Das braucht Zeit, Geduld und Lebensumstellung. Gerade letzteres ist wichtig, da die Speicher sonst sofort wieder leer sind. Zucker ist glaube ich ein echter Energiekiller, auch wenn es sich im ersten Moment anders anfühlt.

Leben ohne Zucker ist für mich daher auch ein Schritt zu neuer Lebensenergie. Eigentlich geht es mir sehr gut. Aber ich merke oft, dass mir die Agilität/Vitalität und auch die Motivation fehlt mich aufzuraffen und mich sportlich zu betätigen. Daher liebe ich es Sport zu treiben und hierhin möchte ich auch unbedingt zurück. Ich möchte leistungsfähig sein. Auch über Job und Familie hinaus und abends nicht schlapp auf der Couch zusammenklappen. Der Zuckerkonsum nimmt mir glaube ich diese Energie. Daher: Leben ohne Zucker.

Fazit nach 10 Tagen

Ich verfolge nicht zwingend ein Ziel. Wenn ich es ein paar Monate durchhalte, dann wird mir das sicher schon guttun. Wenn ich darüber hinaus den Verzehr von Süßigkeiten erheblich reduzieren kann, dann wäre das schon mehr als ich erwarte. Ich schaue von Tag zu Tag, mache mir keinen Druck, genieße aber den Erfolg. Sehr gespannt bin ich auf die Weihnachtsfeiertage…

Abgenommen habe ich bisher nicht. Das enttäuscht ein bisschen, ist aber auch nicht das primäre Ziel. Trotzdem fühle ich mich sehr viel beweglicher/aktiver. Ich renne die Treppe hoch und komme energiegeladen oben an. Ich kenne eher das Treppe hochschlurfen und das sich danach ins Bett fallen lassen. Wenn ich jetzt Zeit hätte Sport zu treiben, würde ich es tun. Ich bin motiviert. Das ist vor dem ‚Leben ohne Zucker‘ nicht der Fall gewesen. Der erhöhte Kalorienverbrauch durch die Bewegung würde dann vermutlich auch zur Gewichtsreduzierung führen.

Also. Ich bleib dran und werde euch demnächst berichten, wie das Projekt ‚Leben ohne Zucker‘ weiter verläuft. Gebt mir gerne Feedback, wenn ihr welches habt 😉

5 vor 12! Zero Waste!

Da es ja laut Beitragstitel bereits 5 vor 12 ist, nur ein kurzer Blogpost zu mamadenkts 5-vor-12-Kampagne! Zero Waste – Ein ultramodernes Schlagwort. Dabei ist der Zero-Waste-Gedanke nur ein Lösungsansatz auf das Müllproblem unserer Zeit. Heute beschreien wir Unverpackt-Läden als den neuen Trend, dabei hat es in den besten Jahren meiner Groß- und Urgroßeltern gar nichts anderes gegeben. Es tut mir leid, aber es nervt mich, dass wir es immer erst soweit kommen lassen und wie bei so vielem erst nach Jahrzehnten feststellen, dass das ja doch ein Schritt in die falsche Richtung war.

Aus Rachels Artikel ist mir besonders das ‚Wir werden immer schneller‘ hängengeblieben. Das stimmt. Ich bin gehetzt, ich habe es immer eilig und ich bin permanent unter Strom irgendwelche Dinge tun zu müssen, damit unser kleiner Familienalltag funktioniert und weiterläuft. In der Konsequenz konsumiere ich oft schnell, ohne nachzudenken und dort, wo es gerade für mich am einfachsten und unkompliziertesten geht. Wenn bei uns mal Apfelsafttüten anstatt -flaschen im Flur stehen, dann hatte ich wenig Zeit oder war von allem bereits so angestrengt, dass ich die Einkäufe auf ein Geschäft reduzieren musste.

Und so geht es glaube ich vielen. Erst wenn man einen Weg aus dem gesellschaftlichen Fluss schafft, dem Hamsterrad entflieht und beginnt gegen den Strom zu schwimmen, kann man sich für Themen wie Nachhaltigkeit, Minimalismus oder Zero-Waste öffnen. Daher bringt es meiner Meinung nach nichts, der gestressten und übererschöpften breiten Masse ein dickes Schild vor Augen zu halten auf dem steht, dass sie jetzt Zero-Waste machen müssen. Ansetzen muss an dem Punkt, der den Leuten wieder die Zeit und die Freiheit schenkt, auch über solche Themen nachzudenken.

Egal. Eine Lösung hab ich hierfür gerade auch nicht. 😉

1. Zahl des Monats

80! Gestern saßen wir noch zusammen und haben darüber recherchiert, wie viel Gold eigentlich in Smartphones verbaut ist. Schlechte, kaputte oder zu alt gewordene Smartphones werden ja auch gerne einfach mal weggeschmissen. Dabei sind hier oft so wertvolle Materialien verbaut, die man durch ein fachgerechtes Recycling wieder zurückgewinnen und in den Kreislauf reintegrieren kann. Gold ist außerdem oft auch ein unfair gehandelter Rohstoff. In einem Artikel habe ich die Info gefunden, dass man durchschnittlich von ungefähr 30 mg Gold pro Smartphone ausgehen kann. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass SHIFTPHONE ausschließlich mit dem Fair-Trade-Siegel gekennzeichnetes Gold verwendet und die Mengen so gering wie möglich hält. Im SHIFT-Report ist angegeben, dass bislang in allen SHIFTPHONES nicht mehr als 80 Gramm Gold verbaut wurden.

2. Upcycling-Idee

Elektromobilität ist ein Thema, dass mich wirklich fasziniert. Ich liebe es zu reisen und unterwegs zu sein, Auto zu fahren und dabei Hörbücher zu hören. Und mich würde es ungemein freuen, wenn ich ohne schlechtes Gewissen in diesen Genuss kommen könnte. Die Elektromobilität ist toll, weil sie so viel Emissionen einspart. Aber wie jeder (Fort)Schritt den wir gehen, ist auch dieser nicht problemfrei und Akkus sind einfach nun mal ein echtes Problem. Ich habe jemanden im direkten Bekanntenkreis, der sich gerade in Richtung E-Mobilität fortbildet und der mir erzählt hat, dass es gute Upcycling-Maßnahmen gibt, bei denen Batterien, die in Autos nicht mehr zum Einsatz kommen können, über mehrere Jahrzehnte hinweg noch als Speicher von Sonnen- oder Windkraftenergie eingesetzt werden. Wenigstens etwas.

3. Food

Hier schwöre ich auf die Calzone-Pizza meines Lieblingspizzabäckers. Kommt im umweltfreundlichen Pappkarton und ich kann den Inhalt frei bestücken lassen. Aktuell bei mir als Calzone-Content im Trend: Gebratentes Gemüse!

4. Anno Domini

Meine Großeltern hatten einen großen Hof im Münsterland, der auch heute noch von ihren Kindern bewohnt wird. Früher habe ich dort als Kind regelmäßig Urlaub gemacht und es gehörte zum täglichen Ablauf, mit den Milchkannen zum Nachbarbauern zu laufen und frische Milch zu holen. Ganz unverpackt und ohne jeden Müll.

5. Entdeckung

Captain Fantastic. Wie mitreißend bitteschön ist dieser Film? Wir haben ihn gestern Abend – nach der Smartphone-Gold-Recherche – noch angestartet und trotz der späten Stunde fast bis zum Ende gesehen. (Als amazon-Prime-Kunde könnt ihr ihn derzeit noch kostenlos ansehen.) Ich verstehe die Leidenschaft der Eltern und ihr Bedürfnis ihre (vielen) Kinder frei von jeder Zivilisation aufzuziehen und sie so zu voll ausgebildeten und hoch intelligenten Menschen heranzuziehen. Hier sieht man ganz viele Zero-Waste-Ansätze. Ich freu mich schon drauf, den Film zu Ende anzusehen. Vielleicht schaff ichs ja dann auch mal, eine Rezension zu veröffentlichen.

Soweit zu 5 vor 12. Bis morgen könnt ihr noch an Rachels Aktion teilnehmen. Ab dann müsst ihr wieder einen Monat lang warten 😉

 

Die Gastfreundschaft im Minimalismus

gastfreundschaft-minimalismus

Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, wann ich mich hinsichtlich meines eigenen, ganz persönlichen Minimalismus zufrieden geben werde. Bisher habe ich den Minimalismus als fortwährenden Prozess betrachtet und nicht als eine Sache, die irgendwann abgeschlossen sein wird. Denn insbesondere als Familie, halten wir im Sinne der Nachhaltigkeit fortwährend Dinge zurück, anstatt sie konsequent zu reduzieren. Was im entferntesten Sinne natürlich auch minimalistisch ist!

Nachhaltiges Aufbewahren ist auch Minimalismus

Deutlich wird das bspw. an den Klamotten. Der Größte wächst aus seinen Hosen und Pullovern. Also wandern sie in Kisten auf den Speicher, weil K2 und wiederum 2 Jahre später, auch K3 sie noch tragen können sollen. Bestenfalls hebt man die Sachen weiterhin auf, da man nicht sicher sein kann, ob nicht vielleicht doch noch ein K4 kommen wird. In jedem Fall aber gibt es da noch die Kinder von Geschwistern oder Freunden, für die man die Sachen ebenfalls gerne aufbewahrt. Und so sammeln sich Sachen. Ähnliches betrifft auch Spielzeug, Bücher und andere Dinge. Im weiteren Verlauf gibt es ein knappes Zeitfenster, in dem man die Sachen zu Flohmärkten und Kleiderbasaren bringen kann. Verpasst man das, bleibt es bei der Ausrede, dass ja bald die Enkelkinder Gefallen am Stoff finden werden. 😉

Nicht verschwenden, wieder verwenden!

Wie dem auch sei. Man stößt, trotz einem Hang zum Minimalismus, immer wieder auf Ecken im Haus in denen Sachen verstaut werden, die man eigentlich reduzieren könnte, andererseits aber auch nicht. Denn im Sinne der Nachhaltigkeit ist es wichtig, bestimmte Dinge aufzubewahren. („Nicht verschwenden, wiederverwenden“ – stammt aus welcher beliebten Kinder-Zeichentrickserie?)

Bevor wir uns dem Thema Minimalismus vor etwa sieben Jahren zuwandten, gab es in unserer Wohnung mindestens ein Zimmer, dass wir strengstens unter Verschluss hielten. Hier wurden Sachen abgestellt, von denen wir nicht wussten ob wir sie jemals wieder gebrauchen würden. Das ist zwar heute längst nicht mehr so extrem, aber wenn mich Morgen jemand fragen würde, ob er sich mal unseren Speicher angucken darf, dann wäre ich von der Idee nicht unbedingt begeistert.

Das frei zugängliche Zuhause

Vor ein paar Tagen musste ich ein paar Sachen vom Speicher holen, um sie wieder in unseren Kreislauf zu integrieren. Dabei wurde mir klar, dass ich mein eigenes, ganz persönliches Ziel im Minimalismus dann erreicht habe, wenn sich jeder Gast, jeder Besucher frei durch unser Haus bewegen und sich alles angucken kann. Ohne dass ich ihm sagen muss: „Aber Raum XY bitte nicht betreten. Die Tür dürftest du ohnehin nicht aufkriegen.“

Gastfreundschaft

Aber was hat das Ganze nun mit Gastfreundschaft zu tun? Ich möchte Besuchern und Gästen gerne sagen können: „Fühl dich ganz wie zu Hause!“ und dabei nicht denken müssen „Aber frag mich nicht, ob du auf den Speicher kannst.“ Es liegt noch ein bisschen Arbeit vor uns, um dieses Ziel zu erreichen. Aber allein der Gedanke daran, diese Gastfreundschaft möglich werden zu lassen, fühlt sich schon sehr befreiend an.

Wie gastfreundlich ist dein Minimalismus?

 

Innerer Widerstand ist zweckmäßig!

innerer widerstand

Wer kennt das nicht? Diese eine Ecke im Körper, die eine ganz bestimmte Sache so richtig gut findet und befürwortet – also ein deutliches Ja abgibt. Und dann diese andere Seite, die ein klares Nein zu einer Situation oder einem bevorstehenden Ereignis hat. Gemeint ist nicht das Teufelchen auf der linken oder das Engelchen auf der rechten Schulter, wie man es aus alten Zeichentrickserien kennt und einen entweder waghalsig oder vorsichtig sein lässt. Gemeint ist die innere Stimme oder auch das innere Kind, das sich im Falle eines klaren Ja’s voller Vorfreude auf eine Sache zubewegt oder aber, im Falle eines deutlichen Nein’s, mit Ängsten, Panik oder anderen Widerständen im Körper auf sich aufmerksam macht.

Mein erster innerer Widerstand

Als Kind sollte ich an einer Theateraufführung in der Kirche teilnehmen. Es handelte sich um einen Miniauftritt in Form eines Schafes. Diese Nummer war mir megapeinlich. Heute würde ich sagen, dass ich ein sehr massives Nein in mir gegen diese Sache verspürte. Ich hatte einfach kein Interesse daran, mich zum Affen zu machen. Auf der anderen Seite wollte ich die Leute die mich um meine Teilnahme am Theaterstück gebeten hatten, nicht enttäuschen. Der innere Konflikt war perfekt. Ich versteckte mich in meinem Zimmer, bis unmittelbar vor dem Auftritt. Dann ließ ich mich breitschlagen, spielte meine Rolle und erntete tosenden Beifall. Die Situation war vorüber und ich hatte sie gut überstanden. Dennoch schwor ich mir, dass ich mich auf so etwas nie wieder gegen meinen Willen einlassen würde.

Ich musste damals ein deutliches Nein übergehen, was glaube ich nicht sehr gesund war. Ich weiß nicht, ob ich das damals gut verarbeitet habe oder ob ich noch heute die Spätfolgen dieses Theaters zu verarbeiten habe. Jahre später habe ich als Jugendlicher und junger Erwachsener vor nicht wenigen Menschen Musik gemacht und sogar Predigten gehalten. Ich vermute mit einem ganz gewöhnlichen Maß an Anspannung, wie sie wahrscheinlich jeder kennt. Diese Dinge habe ich aus eigenem Antrieb getan, ohne ein inneres Nein. Daher haben sie funktioniert.

Innerer Widerstand heute

Ich habe sieben Jahre lang in einer Werbeagentur gearbeitet. Das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten war angenehm und freundschaftlich. Doch über Jahre hinweg habe ich ein inneres Nein zu Teilen meiner Arbeit dort aufgebaut, es jedoch – aufgrund der vielen positiven Aspekte meines Jobs – kontinuierlich ignoriert und verdrängt. Über die Diagnose psychovegetative Erschöpfung habe ich an anderer Stelle bereits berichtet. Nach Panikattacke, BurnOut und Wiedereingliederung fand ich ansatzweise den Weg zurück in meinen Beruf. Aber das innere Nein war nach wie vor da und setzte sich deutlich zur Wehr. Irgendwann sah ich mich gewzungen, auf diesen inneren Widerstand zuzugehen. Ich kündigte meinen Job und fand glücklicherweise kurz darauf neue Herausforderung in einem neuen Angestelltenverhältnis. (Auf das Thema Kündigung möchte ich in einem späteren Artikel eingehen.)

Ein übergangenes inneres Nein verselbstständigt sich

Oft nehmen wir den inneren Widerstand zwar wahr, spüren vielleicht sogar die damit verbundenen körperlichen Blockaden, verdrängen oder ignorieren es aber, da wir es in unserem Alltagsgefüge nicht gebrauchen können. Ich musste die Erfahrung machen, dass sich ein immer und immer wieder übergangenes und nicht angehörtes Nein irgendwann verselbstständigt hat. Wenn es sich nicht in der Lage sieht mit mir zu kommunizieren, weil ich es fortwährend abwehre, dann ist es gezwungen sich auf anderem Wege Gehör zu verschaffen. Und das können die unterschiedlichsten körperlichen Symptome sein.

Es ist wichtig ein inneres Nein wahrzunehmen, es zu hören und zu hinterfragen. Denn oft hat man im ersten Moment keine Antwort darauf, warum dieses Nein plötzlich da ist. Man freut sich vielleicht sogar auf eine bestimmte Sache, sieht sich aber auf einmal mit einer inneren Blockade konfrontiert, die einem das Leben schwer macht.

Wie sieht euer Umgang mit der inneren Ambivalenz aus?

Kennt ihr diese inneren Neins? Wann habt ihr euch zuletzt darauf eingelassen, ein inneres Nein anzuhören und ihm nachzugeben? Oder zählt ihr eher zu den Verdrängern? Wie geht ihr mit dem inneren Widerstand und inneren Konflikten um?