Do more of what makes you happy!

Do more of what makes you happy

Do more of what makes you happy

Jetzt mal ehrlich. Der Spruch hängt mittlerweile in jeder zweiten Wohnung, klebt über Schreibtischen, wird auf Postkarten verschickt und wird traurig und erschöpft dreinblickenden Menschen als die neue Lebensweisheit versprochen. Aber birgt der vermeintliche Glücklichmacher-Werbeslogan ‚Do more of what makes you happy‘ nicht tatsächlich eine traurige Wahrheit?

Do more of what makes you happy – Der positive Effekt




Als mir der Spruch vor ein paar Monaten zum ersten Mal begegnete, dachte ich – wie wahrscheinlich viele andere auch: „Wow. Diese paar Wörter erkläre ich zu meinem neuen Lebensmotto.“ Trafen Sie doch den Kern meiner damals noch sehr akuten Erschöpfungsphase. Und ja, in dieser simplen Aufforderung steckt ein enormes Motivationspotential. Sofort wird der Alltagstrott unterbrochen und eine glücklichmachende Unternehmung geplant oder angegangen. Das Bekümmertsein, die Erschöpfung, Langeweile – wo auch immer wir aktuell abgeholt werden – rückt in den Hintergrund. Die zweite Lunge, wie die Ausdauersportler sagen, wird zugeschaltet und plötzlich schwingen wir uns in Sättel, Laufschuhe, aufs Sakteboard oder reaktivieren ein anderes, viel zu stark vernachlässigtes Hobby.

Doch ist es nicht eigentlich eher traurig, dass uns ein Spruch daran erinnern muss, wieder mehr Dinge zu tun, die eigentlich gut für uns sind?

Das Traurige an dem ‚Do more of what makes you happy‘-Slogan

Erst nach ein paar Wochen habe ich festgestellt, dass der Spruch eigentlich eher eine traurige Erkenntnis birgt. Gerade die Tatsache, dass ‚Do more of what makes you happy‘ auf eine so große Zielgruppe stößt, bedeutet doch eigentlich, dass wir viel zu selten Dinge tun, die uns glücklich machen. Oder im Umkehrschluss: Wir sind doch irgendwie unglückliche Menschen.

Bedeutet das, dass wir ein Dasein fristen, dass uns eigentlich gar nicht gefällt? Ist das schon immer so gewesen oder gab es irgendwann einen Wendepunkt in unserem Werdegang, der uns das Glücklichsein genommen hat? Ist es unsere Gier, immer noch mehr haben zu wollen oder die Ruhelosigkeit, unbedingt auch den nächsten Trend noch mitgehen zu müssen? Sind es die Jobs die uns unzufrieden machen, weil sie uns häufig ganz beanspruchen, obwohl wir eigentlich mehr Zeit benötigen um Dinge zu tun, die uns glücklich machen?

Nachhaltige Umsetzung des ‚Do more of what makes you happy‘-Prinzips

Ich denke es ist keine langfristige Lösung sofort zur Outdoor-Ausrüstung zu greifen, im nächsten Weitwanderwegenetz zu verschwinden oder anderen kurzfristigen Aktivitäten nachzugehen. Für den Moment mögen sie ausreichen und vielleicht hält der Effekt auch eine Weile an, aber wie geht es dann weiter? Ich glaube wir müssen die Lebensbereiche finden, die uns unzufrieden machen und versuchen hier eine dauerhafte Verbesserung der Umstände zu erreichen. Das ist nicht immer leicht, kostet Kraft, Nerven, Geduld und funktioniert oft vielleicht auch nur in kleinen Schritten. Aber ich glaube, dass hier der Schlüssel zu einem nachhaltigen Glücklichsein verborgen liegt.

Do more of what makes you happy – Ein Fazit-Versuch

Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass uns ein Glücklichsein nicht direkt verheißen ist. Als Christ habe ich hier einige Erklärungen in der Hinterhand, aber das würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Wir werden permanent von Schicksalsschlägen getroffen: Schwere Krankheiten, das Leiden liebgewonnener Mitmenschen, Zukunftsängste, weltpolitische Ereignisse, usw. Unglücklich zu sein ist keine Kunst.




Auch weiß ich als Christ, dass es eine Komponente gibt die ein sehr starkes Interesse daran hat, mich unzufrieden zu sehen. Klarheit darüber verschafft eine sehr viel größere Bereitschaft, sich dem entgegen zu stellen.

Spannend finde ich in diesem Rahmen auch die Thematik rund um das bedingungslose Grundeinkommen, denn oft sind die finanziellen Umstände starke Gründe zur Unzufriedenheit. Das Konezpt BGE würde meiner Meinung nach für sehr viel mehr gesündere Menschen in unserem Land sorgen. Gesunde und zufriedene Menschen sind motiviert, arbeitswillig, effektiv und ausgeglichen. Um nicht zu sagen: Happy.

3 Comments

  1. Für mich passte der Spruch perfekt, ich habe ihn allerdings etwas anders umgesetzt:
    „Do less what makes you unhappy, keep doing what remains.“ Dass ich in meinem damals gestressten Dasein noch mehr „Tolles“ draufpacke, wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen. Meines erachtens haben wir in der Regel viel zu lange das Gefühl „da geht noch mehr“ und sagen viel zu spät „stop“.

    LG, daslebenisteinfach

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    • Hi, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde deine Abwandlung des Spruchs treffender und nachhaltiger als das Original. Und ja! Zu spät STOP zu sagen kenne ich nur zu gut. Die eigenen Grenzen anzuerkennen ist oft ein langwieriger und zäher Prozess.

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