Artikelserie: alternative Fortbewegungsmöglichkeiten – Teil 1: Walk the Line

FullSizeRenderWenn ich eine Sache aktuell wirklich ganz dringend bräuchte, dann wäre das ein Auto. Unser Dorf hat sowohl Zigaretten- als auch Kaugummiautomat zu bieten, wenn wir darüber hinaus etwas benötigen, wird es ohne Auto schwierig. (Beides nicht so unser Ding Kaugummis/Zigaretten). In unserem Umfeld verfügt jeder Haushalt über mindestens zwei PKWs. Erwachsene Kinder erweitern den Fuhrpark durchaus schon mal auf vier und mehr Fahrzeuge, was durchaus auch im Dorfleben begründet liegt. Aus finanzieller Sicht bei uns jedoch gerade alles andere als realistisch und irgendwie sagt uns der gelebte Minimalismus, dass es auch anders _gehen_ muss.

Mit mittlerweile drei Kindern muss meine Frau zu Hause flexibel/beweglich sein, um im Notfall schnell reagieren und irgendwo hinfahren zu können. Kinderarzt, Kindergarten, usw. Ich habe es da deutlich einfacher und kann mir Alternativen einfallen lassen, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. In den letzten Jahren habe ich das über Mitfahrgelegenheiten und mit dem Fahrrad geregelt. Im Lauffieber der vergangenen Jahre bin ich das ein oder andere Mal auch nach Hause gelaufen, Erinnerungen daran habe ich allerdings aus meinem Gedächtnis verbannt.

Mitfahrgelegenheiten funktionieren gut, allerdings finde ich i.d.R. nur morgens jemanden der mich mitnehmen kann. Nachmittags muss ich mich dann doch wieder von meiner Frau abholen lassen, was gegenwärtig einfach eine Zumutung wäre. Fahrradfahren ist auch nur beschränkt toll. Zum einen klappt es nicht konsequent zu jeder Jahreszeit und zum anderen… ach, Ich mach es einfach die nächsten Tage nochmal und stell dann einen ‘Testbericht’ ein; passt ja zur Artikelserie.

Heute also mal die reduzierteste aller Varianten: Zu Fuß gehen. Da ich heute für den Hinweg keine Mitfahrgelegenheit habe, stehe ich ein bisschen früher auf und mache mich auf den Weg. Um sechs Uhr morgens hellt es bereits schön auf. Rucksack gepackt, Wanderschuhe geschnürt, jetzt nur noch drauf vertrauen, dass auf dem vor mir liegenden Waldstück keine brunftende Wildschweinsau meinen Weg kreuzt. Das Handy liefert mir ein paar statistische Daten, ermöglicht mir unterwegs schon mal diesen Artikel ein wenig vorzubereiten und unterstützt mich beim Hörbuch hören.

Mein Weg führt zwischen Ackern und Feldern hindurch, auf asphaltierten Sträßchen aus unserem Dorf heraus. Dann folgt besagter Waldabschnitt über einen breiten Forstweg, anschließend ein Stück Landstraße bis ins nächste Dorf, von wo aus eine ausgebaute Bahntrasse über einen Berg bis fast zur Agentur führt. Leider also fast zu 90% Asphalt. Ein Mehr an Waldwegen würde meinen Füßen sicher besser gefallen.

Unsere Agentur möchte im Juni an den 24-Stunden-Wandern-von-Rheinland-Pfalz teilnehmen. Ein bisschen Vorbereitung dafür habe ich dringend nötig. Folgendes habe ich hierfür schon mal gelernt:

  • Nicht nachdenken, einfach losgehen
  • Irgendwie lernen das Schwitzen zu unterdrücken
  • Keinen Wolf laufen
  • Unbedingt zwei verschiedene Socken anziehen!

Im Ort angekommen macht sich die mangelnde Kondition und das noch fehlende Frühstück bemerkbar. Bei Kilometer 9 bremst plötzlich eine Kollegin neben mir ab. Ich versuche mich hinter einigen Büschen zu verstecken aber sie sieht mich dennoch und so werde ich schließlich gezwungen, den letzten Kilometer in die Agentur zu fahren. ;-)  Neinnein, hab das dankbar angenommen.

Nur kurz für die Statistik-Liebhaber:

  • Distanz: 9,33 Kilometer
  • Dauer: 1:35 Std.
  • Durschnittliche Geschwindigkeit: 10:11 min/km bzw. 5,9 km/h
  • Höhenmeter: 82 (aufwärts), 84 (abwärts)
  • Hörbuch: Das Lied von Eis und Feuer (mindestens genauso gut wie die Fernsehserie!)

Soweit ein erster Test. Eigentlich plane ich mit einer Mitfahrgelegenheit am Morgen und teste verschiedene Varianten um selbst wieder nach Hause zu kommen. Die Firma Micro hat mir zu diesem Zweck schon einen Klapp-Tretroller versprochen. Diesen kann ich dann unkompliziert im Auto mitnehmen, nachmittags dann ausklappen und nach Hause rollen. Auch den Test mit dem Skateboard/Longboard werde ich wagen. Ggf. auch mal mit Stick (Landpaddling). Mal schauen was mir sonst noch so unterkommt.

Wie ist das bei euch? Wie weit habt ihr es bis zum Arbeitsplatz? Nutzt ihr öffentliche Verkehrsmittel, Mitfahrgelegenheiten, fahrt ihr mit dem Rad? Lasst uns ruhig mal ein bisschen sammeln… ;-)

Autor: manuel

Hi, ich bin Manuel und hoffe du konntest mit dem Artikel etwas anfangen. Danke jedenfalls fürs Lesen. Ich freue mich über Feedback, Ideen, Links oder weiteren Input zum Thema. Du findest mich auch auf Twitter und YouTube

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