Ohne Karte zahlen… Geht das?

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Das schöne an Verkäufen über Kleinanzeigen ist das häufig daraus resultierende Bargeld. So zumindest heute morgen seit längerem noch mal bei mir passiert. Eine alte Ofendusche wechselte für 50,- EUR den Besitzer. Der Werststoffhändler nahm mir anschließend ein paar Kupferrohrreste und anderes Altmetall ab, was die Kasse ebenfalls ein wenig lauter klingeln ließ. Dann allerdings ging es in den Supermarkt. Bei der Default-Ansage der Kassiererin („Bar oder mit Karte?“) griff ich wie gewohnt zur EC-Karte. Dabei taxierte jedoch mein Blick das im Geldbeutel befindliche Bargeld, woraufhin ich widerwillig die Karte zurück in ihr Fach schob und mit den vorhin so hart erarbeiteten Geldscheinen zahlte.

Das beschäftigte mich auf der Rückfahrt. Es hätte mir sehr viel weniger ausgemacht, den Betrag im Supermarkt mit Karte zu bezahlen. Die Scheine ließen sich sehr viel schwerer aus der Geldtasche ziehen und am am liebsten hätte ich die Hälfte des Einkaufs wieder zurück ins Regal gestellt. Ist es tatsächlich so, dass das bargeldlose Bezahlen mit weniger Hemmungen verbunden ist? Ist das echte Geld „zu weit weg“ und haben wir es deswegen ein wenig lockerer sitzen? 

Ich stelle oft fest, dass Dinge, die versuchen unser Leben bequemer und unkomplizierter zu machen, nicht wirklich auch immer zu unserem Besten dienen… Das bargeldlose Bezahlen macht vieles leichter und komfortabler. Es zieht uns aber auch sprichwörtlich das Geld aus der Tasche. Wir geben die Kontrolle ein wenig ab, nehmen etwas weniger den direkten Überblick in Kauf und stellen darüber hinaus im Netz die Informationen bereit, was wir wann und zu welchem Preis gekauft haben.

Für mich persönlich höchste Zeit ein kleines Experiment zu starten. Im Monat April möchte ich so selten wie möglich zur Karte greifen. Natürlich wird das anstrengend. Wie oft zahle ich Kleinstbeträge mit Karte, für die ich nun erst einen Automaten aufsuchen muss? Aber genau das könnte zu der Überlegung führen, lieber auf bestimmte Einkäufe zu verzichten.

Kurz: Wer macht mit? Und hat jemand eine Idee für einen Hashtag unter dem wir unsere Erfahrungen austauschen können? Vielleicht eine kleine Competition? Wer am seltensten mit Karte zahlt hat gewonnen? 😉

16 Comments

  1. Hallo Manuel,
    die Challenge ist eine gute Idee. Da werde ich doch glatt mitmachen, auch wenn ich „meinen“ April einer Konsumauszeit widme. Aber da ich ja doch für unsere Familie Essen und Drogerieartikel kaufe, ist es schon interessant, dass nur mit Bargeld zu tun.
    Ich hatte schon öfters vor, dass ich meine EC- oder Kreditkarte einfach mal zuhause lasse. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich dann auch weniger konsumiere. Bargeld auszugeben tut doch etwas mehr weh, als einfach die Karte zu zücken.
    Mein Lieblingshashtag wäre wohl #nurbaresistwahres 😉
    Liebe Grüße,
    Mareike

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    • Hi Mareike, danke für deinen Kommentar. #nurbaresistwahres klingt super. #nbiw wäre das abgekürzt und wir könnten noch Monat und Jahr dranhängen… #nbiwapr16 – zu kryptisch?

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  2. Hallo Manuel,

    super Idee! Meine Karte benutze ich tatsächlich nur, um Bargeld abzuheben. Allerdings gibt es ja auch noch Onlineüberweisungen, Paypal etc….

    Was mich richtig stört, ist die Umstellung auf elektronische Bezahlung an der Uni. Da ist es leider nicht mal einfacher, elektronisch zu bezahlen, aber für Barzahlungen wird ein höherer Geldbetrag verlangt. Ich finde das schon etwas unverschämt.

    Lieber Gruß,
    Philipp

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  3. Hallo,
    Wir zahlen seit Jahren nur in Ausnahmefällen per Karte, also nur wenn der Betrag sehr hoch ist (mehr als 100 oder 200 €, kommt selten vor) oder das Bargeld ausgegangen ist und keine passende Bank in der Nähe. Es macht wirklich einen Unterschied vom Bewusstsein und ich finde gut, keine Datenspuren zu hinterlassen. Wenn man sich das angewöhnt hat, ist es leicht und selbstverständlich.
    LG Nanne

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  4. Hallo Manuel, bei mir ist es umgekehrt…hatte ich doch Jahrelang keine EC Karte und heute noch immer keine Kreditkarte, so Versuche ich die EC Karte bewusst immer mal wieder einzusetzen…aus einem ganz doofen Grund, weil ich sonst die PIN vergesse (was bei der vorher geschehen). Kann aber nicht sagen das ich mehr ausgebe. Alles wie vorher.

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  5. Vielen Dank für euer Feedback. Der erste Tag gestern hat schon mal gut geklappt. Ich bin einfach nicht rausgegangen. Über Facebook hat Florian die Hashtag-Idee #aufdiehand vorgestellt. Find ich persönlich super. Nehmen wir den?

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  6. Ich habe bisher in meinem Leben zwei mal mit Karte gezahlt. Ging wirklich nicht anders.
    Ich will das Gefühl für Geld nicht verlieren. Klar ist es parktischer mit Karte zu zahlen. Aber wenn ich meinen 1000€-Laptop mit Karte bezahle, merke ich das Geld nicht. Habe ich aber einen Batzen Geld in der Hand, wird der Kauf schon schwerer und man überlegt es sich zweimal.
    Auf diesen Kontrollmechanismus will ich nicht verzichten!

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  7. Ich bezahle mittlerweile fast alles in Bar.
    Da die Sparkasse, bei der ich bis vor kurzem ein Konto hatte, für jede Kontobewegung Geld habe wollte, bin ich umgestiegen.
    Jetzt bezahle ich nur noch in Ausnahmefällen mit Karte.
    Es gibt verschiedene Studien, die belegen, dass man weniger Geld ausgibt wenn man bar zahlt.
    Psychologisch gesehen gibt man weniger gerne, als man nimmt.
    Als ich einmal in einer etwas außerhalb gelegenen Halle zum Sport war, hätte mich die EC Zahlung beinahe in Schwierigkeiten gebracht. Die Netzabdeckung war dort sehr schlecht und der arme Mitarbeiter musste wie in den 90ern das Bezahlgerät in der Luft hin und her bewegen um Netz zu habe.
    Das war schon irgendwie lustig, hat mir aber auch Schweißperlen auf die Stirn gebracht, da ich nicht genügend Geld dabei hatte.
    Seitdem habe ich immer genügend Geld dabei.

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    • Hallo frugal,
      vielen Dank für dein Feedback. Ich lese zu diesem Thema fast ausschließlich von Leuten, die den #aufdiehand-Bezahlvorgang bevorzugen und weitestgehend auf die bargeldlose Zahlweise verzichten. Finde ich sehr beeindruckend. Bis auf eine quasi-Notfallsituation vor zwei Tagen klappt es mit meinem Experiment soweit auch ganz gut. Ich glaube daher, dass es nicht bei dem Experiment bleiben wird, sondern eine generelle Umstellung ansteht.
      Das ich sparsamer haushalte, würde ich auch bestätigen.
      Heute morgen hat eine Radio-Moderatorin darüber berichtet, dass sie sich einen reiskorngroßen Chip in die Hand hat implantieren lassen, mit dem sie jetzt bspw. im Fitness-Studio alle Geräte steuern, bezahlen oder falls sie ihr Auto noch aufrüsten würde, auch dieses öffnen und starten kann. Ich bin mir noch nicht sicher, aber grundsätzlich fühlt sich diese Entwicklung eher erschreckend an…

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  8. Hallo erstmal,
    Vorab ich entdecke den Blog gerade erst für mich.
    Ich zahle überwiegend bar und nur bestimmte Käufe mit Karte. Oder bei zu wenig Bargeld. Auf alle Fälle Bekleidung größer 100 €. Ich habe einfach keine Lust soviel Bargeld durch die Gegend zu schleppen, was ich verlieren könnte.
    Was vlt auch ein besseres Gefühl gibt, ein Haushaltsbuch zu führen. Aufwendig aber interessant. Es wirkt sich auch nicht anders aus – das liegt leider an meiner derzeitigen Einstellung. :-/
    VG Manuela

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  9. Bei mir ist es ganz anders: Bargeld rutscht mir schnell durch die Finger – ist ja eh schon vom Konto abgehoben. Aber mit Karte: Da geht dann ja noch was vom Konto herunter. Für mich ist die Zahl und Übersicht auf dem Konto entscheidend. Genau genommen blöd sowas, mir gefällt Barzahlung besser, aber ich muss dann ständig aufpassen, weil ich damit sehr viel lockerer umgehe. Seltsam, dass es da solche Unterschiede gibt….

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  10. Hallo,
    Ich habe gerade deinen blog entdeckt und mit einem Schmunzeln im Gesicht die Kommentare gelesen. Es stimmt also, die Deutschen hängen am Bargeld! Ich hingegen bezahle gerne und viel mit Karte. Es ist einfach genauer wenn ich 44.13 € mit Karte zahlen muss als 50,00 € abzuheben. Dann ist der Rest auch weg. Schaut mal in die skandinavischen Länder, die bezahlen sogar ihre Bötchen beim Bäcker mit Karte! Meine Bons bleiben solange im Portemonnaie bis sie vom Konto abgebucht sind. Also ist Kontrolle da! Die Daten die ich dabei hinterlasse kann ich vernachlässigen. Viel schlimmer sind die Leute die bar zahlen dann aber ihre Payback Karte zum Punkte sammeln raus holen!

    Grüße
    Sven

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  11. Eine gesunde Mischung aus den unterschiedlichen Zahlungsmitteln finde ich sehr wichtig. Sich lediglich auf eine Art des Bezahlens zu fixieren, erachte ich als sehr großen Fehler.

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