Das Wüstenschiff – Eine Geschichte zum Thema Müll

Heute erzähle ich euch eine kleine Geschichte zum Thema Müll. Das Wüstenschiff Karl bekommt Besuch von einem komischen Vogel und gemeinsam begeben sie sich auf einen Ausflug ans Meer. Doch sie entdecken Müllberge, Dreck, gestrandete Öltanker und stellen fest: An vielen Stellen ist es dreckig und außerdem stinkt es ihnen mit dem ganzen Müll.

Viel Spaß beim Lesen (unter dem Video) oder Zuhören!

Das Wüstenschiff – Eine Müllgeschichte

Karl war ein richtig großes Wüstenschiff.
Doch See oder Meer, kannte er nicht.
„Wie kann das sein?“, fragt ihr. „Ist doch nicht wahr!“
Doch, denn: Karl war ein Kamel. Ist doch klar.

Er kannte wohl den Teich in seiner Oase,
auch den Brunnen nahe der Wüstenstraße,
aber Wasser bis an den Horizont?
Die Vorstellung fand er zu amüsant.

Eines Tages, er badete gerade in seinem Teich,
natürlich im abgetrennten Kamele-Bereich,
da landete ein Vogel auf seinem Höcker.
Er plusterte sich auf, wurde dicker und dicker,
sprach dann schließlich laut und voll tiefer Überzeugung:
„Ich flieg zum Meer!“ und leise: „Kennst du die Richtung?“

„Das Meer? So’n Unsinn, das gibt es doch gar nicht!
Schnapp dir ’ne Liege, nimm Platz und entspann dich.“
„Keine Zeit.“, darauf der Vogel sehr wichtig.
Laut seiner Mission sei er hier zwar goldrichtig,
aber er suche ein Schiff, dass das Meer noch nicht kennt
und tagaus, tagein in der Wüste rumrennt.

„Du redest von einem Wüstenschiff?
Eins das so schön und groß und braun ist wie ich?
Na, dann los mein Freund. Du hast es gefunden.
Zeig mir dein Meer. Du sitzt oben, ich geh hier unten.“

Sie zogen nach Westen, um sie herum nichts als Sand.
„Ganz schön trostlos“, so der Vogel, „dieses sandige Land.“
„Findest du?“, fragte das Kamel ganz erstaunt.
„Aber es ist doch überall wunderschön aufgeräumt?!“

„Aufgeräumt? Und was ist mit dem Müllberg da vorn?
Dieses komische Blechteil wie ein Walskelett geformt?“
„Was das? Das ist nichts weiter als Deko.
Ich glaube die Menschen nennen es Auto.
Der Sand war zu tief. Sie sind stecken geblieben.
Sie sprangen heraus und ließen es liegen.“

„Unglaublich. Kamen sie denn nicht wieder zurück?
Was passiert denn jetzt hier mit all diesem Dreck?“
Darauf wusste Karl keine Antwort.
Also verließen sie ganz schnell diesen Ort.

Schweigend spazierten sie nachdenklich weiter.
War auch die Stimmung nicht mehr ganz so heiter.
Doch dann erreichten sie schließlich das Meer.
Der Vogel sprang rein und freute sich sehr.
Doch Karl blieb am Strand und rümpfte die Nase.
„Hier stinkt’s! Ich will zurück in meine Oase.“

„Hier stinkt’s? Ich glaub dir geht es zu gut!
Atme tief ein und spüre wie gut die Luft tut.
Und sieh doch die Palmen und Muscheln im Sand.
Jetzt sag mir nicht, das törnt dich nicht an

„Aber was ist das am Horizont? Ein Schiffswrack? Gestrandet?
Kein Wunder dass mir dabei keiner abgeht.
Ich meine, ob Wüstenschiff oder Tanker,
irgendwie war es ja schon ein Verwandter…

Und da vorn eine Insel, seh‘ ich das richtig?
Wenn mich der Schein nicht trügt, ist sie aus Plastik!
Ne, mein Freund. Das kann ich nicht ernst nehmen.
Dieser Ort ist dreckig. Wer will denn hier leben?“

Ratlos stapft der Vogel aus dem braunen Gewässer.
„Ok, hast ja recht. Hier ist es auch nicht viel besser.
Komm mit! Ich bring dich zurück in die Wüste.
Vor Jahren war’s hier noch schön, an der Küste.“

Auf dem Rückweg wusste keiner etwas zu sagen.
Dieser ganze Müll schien an ihnen zu nagen.
Schließlich durchbrach Wüstenschiff Karl die Stille.
„Weißt du, Vogel, was ich mir vorstelle?

Dass derjenige kommt, der uns zugemüllt hat!
Mit einem Plan, wie er alles wieder sauber macht.
Die Autos, das Plastik, den Dreck, den Gestank.
Und wenn er fertig ist, gehen wir zurück an den Strand.“

2 Comments

    • Danke! Sehr nett von dir. Als Kinderbuch-Illustratorin kannst du gerne die passenden Grafiken kreieren. Einen Verlag finden wir dann vielleicht auch noch 😉

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