Reduziert Reisen – Teil 1

© Johannes Götzinger/ABOUTPIXEL.de

Der Sommer hat bereits Einzug gehalten. In manchen Bundesländern sind bereits Ferien, was die Urlauberei zu einem top-aktuellen Thema macht. Daher starten wir eine kleine ‚Reduziert-Reisen‘-Reihe, für die Gastautor Julian den Anfang macht. Viel Spaß beim lesen und euch allen einen tollen Sommer!

Ich möchte im Folgenden meine Vorstellung vom reduzierten Reisen erläutern. Grundsätzlich sollte das Reisen meiner Auffassung nach so unkompliziert wie möglich sein. Erschweren wir unser alltägliches Tun nicht ohnehin durch zuviel Druck, Dinge richtig zu machen, möglichst perfekt zu sein und möglichst an alles zu denken? Das Unvollkommene, Zweifelhafte und Fehlhafte sollte ja meistens verhindert werden und nur schwer einkalkulierbar und annehmbar sein. Persönlich betrachtet, beobachte ich an mir vor jeder Reise genau diesen Drang nach Perfektion und Gründlichkeit, ein zwanghaftes Drängen darauf, ja nichts zu vergessen, auf alles vorbereitet zu sein. Ok, in bestimmten Situationen mag dies ja auch notwendig sein. Ein Vorstellungsgespräch benötigt einfach eine gewisse Sorgfalt und Durchdachtheit. Aber beim Reisen sollte doch vielmehr der Gedanke zählen, mutig zu sein, die neuen Gegenden und neuartigen Situationen anzunehmen und das Beste draus zu machen. Letzen Sommer habe ich mit meinem Bruder und einem guten Freund eine Woche Urlaub auf einem Bauernhof in Südtirol verbracht.  Wir schliefen in einer umgebauten Scheune, in der es außer drei Schlafplätzen, einer Toilette und einem kleinen Kühlschrank nichts gab. Es war einfach klasse, schnell hatte ich mich in der urig holzigen Unterkunft zurecht gefunden und vermisste keinen Fernseher, kein Radio, keinen PC oder sonstige Dinge. An all diese Sachen hatte ich gar nicht mehr gedacht, nur an die wunderbaren Bergtouren und die Feldarbeit mit den Bauern. Meine These deswegen: Reise nur  mit dem nötigsten Gepäck und verzichte auf ein gutes Stück Luxus, du wirst ihn nicht vermissen!
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass reduziertes Reisen für mich in kargeren, „einfacheren“ Gegenden, wie einer wenig bewohnten Bergregion oder einem naturbelassenen Küstenabschnitt, besser zu genießen ist, weil Ruhe, Stille und Natürlichkeit für mich auch ein positives Erlebnis von Reduktion darstellen (vielleicht kann man sagen Reiz- oder Sinnesreduktion und gleichsam Fokussierung).

Mut zur Einfachheit und frei nach dem Aphorismus von Erich Fromm:
„Glücklichsein heisst Fülle erleben und nicht Leere, die gefüllt werden muss“
Liebe Grüße
Euer Julian

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