Ökoeffektivität //Cradle2Cradle (C2C)

Kürzlich fragte mich ein Kollege, ob ich mit dem Begriff Cradle2Cradle etwas anfangen könnte. Leider musste ich verneinen, aber mittlerweile bin ich informiert. ;-)

Google liefert als erstes Suchergebnis einen Wikipedia-Link zur Ökoeffektivität. Hier der wohl entscheidende Satz: “Ökoeffektiv sind nach Braungart und McDonough Produkte, die entweder als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können oder als „technische Nährstoffe“ kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden.”

Weitere Informationen und Antworten auf die Frage ‘Was ist Cradle To Cradle’ findet ihr auf cradletocradle.at. BuchTipps: Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle: Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisungen für das 21. Jahrhundert sowie Die nächste industrielle Revolution: Die Cradle to Cradle-Community.

Mein Arbeitskollege hat den Test gewagt und sich ein Cradle2Cradle-Shirt von Trigema geleistet. Bis jetzt sind sowohl am Shirt – noch am Kollegen – keinerlei Anzeichen die auf einen Kompostiervorgang zurückzuführen wären zu erkennen. ;-)

Warum dieses Thema? Weil ein reduzierter Lebensstil oft zu einem bewussten Leben führt, oder mit diesem einhergeht. Darum. Und jetzt mal ehrlich! Wem ist der Begriff ‘Cradle2Cradle’ vorher schon mal über den Weg gelaufen?

Einfach anders: Minimalismus Lebensstil

Es gibt für mich so viele Gründe, die mich dazu bewegen mein Leben reduzierter zu gestalten. Ich vermute, dass dieser eine Blogeintrag nicht ausreichen wird, den Minimalismus Lebensstil im Einzelnen zu erläutern. Außerdem kommen andauernd weitere gute Gründe hinzu. (Nachtrag im Mai 2017: Daher empfehle ich meine aktuelleren Artikel zum Thema. Konkrete Verweise findet ihr unten.)

Minimalismus Lebensstil: Wie alles begann

Angefangen hat alles vor ein paar Jahren. Eine Hauskreisbekanntschaft lebte (bewusst oder unbewusst, wie auch immer) einen sehr reduzierten Lebensstil. Bei ihr war es immer aufgeräumt, nicht zugestellt und trotzdem gemütlich. Wir hingegen standen in unserem kleinen angemieteten Fachwerkhäuschen und wunderten uns darüber, wie viele Gegenstände man in nicht ganz sieben Jahren Ehe zusammentragen kann. Garage voll, Keller voll. Und dann waren da noch zwei Räume im Haus, die wir gegenüber uns besuchenden Freunden als Archive deklarierten oder direkt versuchten geheim zu halten. Das hatte den Zweck, dass kein näheres Interesse daran bestand die Räume zu betreten und wir so nicht in Erklärungsnot gerieten, warum sich die Türen so schwer öffnen ließen.

Also begann das große Ausmisten. Und wir freuten uns über jedes überflüssige Teil, das unser Haus verließ. Insbesondere dann, wenn es nicht weggeschmissen werden musste, sondern sinnvoll zu einem neuen Besitzer wechselte, der es noch gebrauchen konnte.

Gute Gründe: Minimalismus Lebensstil

Ich werfe mal ein paar Gedanken in den Raum, warum ich es toll finde minimalistisch zu leben oder wie reduzieren für mich konkret funktioniert, welcher Nutzen sich für mich dahinter verbirgt. Wie gesagt: Vielleicht ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt mal die Gelegenheit genauer darauf einzugehen. Ich freue mich aber natürlich trotzdem auch jetzt schon über euer Feedback zu den einzelnen Aspekten.

  • Minimalismus aus Loyalität gegenüber anderen Menschen, die gar keine andere Wahl haben, als ein reduziertes Leben zu führen.
  • Viel Besitz bedeutet, viel Zeit in Pflege und Administration dieses Besitzes zu investieren. Zeit, die ich stattdessen mit Familie, Freunden, Sport oder anderen Interessen füllen könnte.
  • Viel Besitz benötigt viel Raum/Platz. Platz muss gekauft, angemietet, beheizt, bestromt, gereinigt, was auch immer werden. Kosten, die mit weniger Besitz eingespart werden könnten. Eingesparte Kosten können in andere Dinge investiert werden oder aber die Reduzierung meines Angestelltenverhältnisses (Stundenanzahl, halbe Stelle, usw.) bedeuten.
  • Andere haben es vorgemacht, den Blick auf wesentlichere Dinge gelenkt und sind damit auch ganz gut gefahren (Jesus, sämtliche seiner Nachfolger, Ghandi, etc.).
  • Wenn alle weniger besitzen würden, müssten wir wieder mehr aufeinanderzugehen, um den verbleibenden Besitz miteinander zu teilen. Thema: Leben in Lebensgemeinschaften.
  • Minimalismus bedeutet für mich, vor allem auf Quantität zu verzichten. Nicht jedoch auf Qualität.
  • Minimalismus ist erstmal nur mein Minimalismus. Es ist toll, dass ich ihn mit meiner Frau teilen kann, aber ich würde es ihr oder auch unseren Kindern nie aufoktroyieren.
  • Weniger Besitz erhöht die Flexibilität. Wenn ich aus beruflichen, familiären oder welchen Gründen auch immer plötzlich an einen anderen Ort ziehen müsste, ist das mit weniger Zeug ein viel leichteres Unterfangen.

Minimalismus Lebensstil: Ein Fazit

Unser Häuschen ist nach wie vor ziemlich voll. Aber es sieht hier schon deutlich anders aus, als es noch vor einem Jahr der Fall war. Natürlich kommen Dinge hinzu, aber heute in der Regel nur noch unter der Prämisse, dass zuvor 3 oder 4 andere Gegenstände das Feld räumen. Wir gehen mittlerweile ganz anders einkaufen und überdenken Anschaffungen hinsichtlich Sinn bzw. Unsinn sehr viel gründlicher.

(Nachtrag: In aktuelleren Artikeln, insbesondere auf dem Blog meiner Frau, erfahrt ihr, dass wir das kleine Fachwerkhäuschen in den darauffolgenden Jahren weiterhin kräftig ausräumten. Als wir soweit fertig waren, begann ein anderer Lebensabschnitt. Wir gingen ins Ausland, kündigten unser angemietetes Häuschen und kauften stattdessen das Haus einer alten Dame, eine alte Schule. Wir kauften es mit all ihrem Besitz, voll bis unters Dach! Das reduzieren begann von vorne und hält noch immer an… ;-) )

Minimalistisch leben

Willkommen im SchaumImOhr-Blog und zu meinem ersten Blogartikel. Ursprünglich von 2011, habe ich ihn aktuell (Mai 2017), etwas überarbeitet. Dieser Blog wurde ursprünglich mit dem Ziel initiiert, Interessierten das Thema ‘minimalistisch leben’ näher vorzustellen. Mittlerweile beinhaltet er allerdings viele weitere Themen, die größtenteils allerdings aus dem Minimalismus erwachsen sind.

Was für mich einst fast als eine Art Sport mit dem Ziel startete, meinen Besitz auf ein möglichst zählbares Minimum zu reduzieren, stellt sich heute als sehr viel relativierter dar. Mein Minimalismus hat Raum geschaffen. Nicht nur physisch, sondern auch mental. Durch den gewonnenen Platz im Oberstübchen konnte ich mich anderen wichtigen Themen zuwenden. Spontan fallen mir Begriffe wie Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Müllreduzierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, u.v.m. ein, über die ich immer mal wieder gerne nachdenke und versuche in Form eines Blogartikels zu beleuchten.

Minimalistisch Leben mehr als nur ein Trend

Ich halte den Minimalismus für ein sehr wichtiges Thema und finde es schade, dass er an der ein oder anderen Stelle doch immer wieder belächelt wird. Meiner Meinung nach, geht es längst nicht mehr nur um einen Trend, bei dem es darum geht, den eigenen Besitz auf bspw. unter 100 Gegenstände zu reduzieren. Vielmehr geht es im gelebten Minimalismus darum, aus Rücksichtnahme auf Mitmenschen und Umwelt Verzicht zu üben und eigene Wünsche und Vorstellungen auch mal hinten anzustellen.

Früher standen bspw. Reiseziele wie Kanada, Alaska, Neuseeland ganz oben auf meiner Reiseliste. Obwohl ich mir diese Länder gerne mal anschauen würde, verzichte ich gerne darauf in der Gegen rumzufliegen, weil ich weiß wie negativ sich das auf meinen ökologischen Fußabdruck auswirken würde. Verzicht ist für mich an dieser Stelle die bessere Entscheidung.

Trotzdem kann ‘minimalistisch leben’ Spaß machen!

Zum Beispiel dann, wenn es darum geht alternative und sinnvolle Produktalternativen zu entdecken und zu testen. Als Dipl.-Informatiker, Webentwickler und Gadgetliebhaber, stehe ich auf Smartphones, GPS-Tachos, ActionCams, usw. Als Minimalist stehe ich oft vor der Herausforderung dem Konsumzwang zu widerstehen. Die Alternativen sehen dann so aus, dass ich gebrauchte Ware auftrage, refurbished Hardware kaufe, Dinge ausleihe oder versuche mit den vorhandenen Mitteln auszukommen.

Und wie das funktioniert, bzw. welche Erfahrungen ich hierzu gewinne, genau das findet ihr in diesem Blog. Außerdem geht es auch ein bisschen ums PapaSein, um Unterhaltungsliteratur, Filme, Serien, Musik und (wenn ich dazu komme) ein bisschen Sport.

Ich freue mich, dass ihr hier seid. Fühlt euch frei zu kommentieren, Fragen zu stellen und Antworten zu geben. Viel Spaß beim Lesen!

Weiterlesen zum Thema in Artikeln aus diesem Blog: